Lange kämpfte noch die Mutter; endlich jedoch bekannte auch sie, einen Sohn Andreas zu haben und suchte ihr Läugnen, so wie ihr Mann, zu entschuldigen. Beide wollten von dem Antheile ihres Sohnes Andreas an dem Raubmord zwischen Laudenbach und Hemsbach nichts wissen. Beide beharrten bei dem, was sie von ihrer Herkunft und ihren sonstigen Verhältnissen angegeben hatten, so höchst unwahrscheinlich und offenbar falsch auch Manches darin war. Der Verdacht, daß Johann Wild ein alter Verbrecher, ein bedeutendes Mitglied einer früheren Räuberbande gewesen seye, stieg in jedem Verhör, und wurde durch seine Physiognomie und sein ganzes Betragen noch mehr bestärkt. Physiognomie Noch fehlte es aber an näheren Mitteln, die Wahrheit zu erforschen, denn das Urtheilen nach den Signalements alleine, fand man zu gewagt; und so mußte denn das Weitere noch ausgesetzt und von Zeit und Zufall nähere Entdeckung gehofft werden.

Kaum war Andreas Wild zum zweitenmal von seinen Eltern in Heidelberg gezeugt und geboren, so langte schon des andern Tages von dem Großherzoglich Frankfurtischen Präfekten zu Hanau, Freiherrn von der Tann, welcher sich auf die ausgezeichnetste Weise um die schnelle und glückliche Fortsetzung dieser Untersuchung verdient gemacht und so wie der Herr Oberpolizeidirector von Itzstein in Frankfurt, der Untersuchungsbehörde in Heidelberg die zuvorkommensten Dienstgefälligkeiten erwiesen hat, die Nachricht ein, daß dort ein Pursch eingebracht worden seye, welcher der signalisirte Köhlers Andres zu seyn scheine, zugleich überbrachte der mit dem Schreiben von Hanau abgeschickte expresse Bote dessen Kleidung und sie wurde von dem arretirten Veit Krähmer für die des Köhler Andres, zugleich aber auch für den Schweizer Kaufleuten geraubt (was später Herr Hanhart bestätigte), anerkannt.

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